Grube Anna Elisabeth

Das 500 Jahre alte Silber- und Vitriolbergwerk ist ein interessanter Anziehungspunkt für die gesamte Region. Der Besucher erhält Einblicke in Teile des mittelalterlichen Silberbergwerks und in die riesigen Abbauweitungen der Vitriolzeit.

Urkundliche Erwähnung fand die Grube Anna-Elisabeth erstmals im Jahre 1291. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war sie als silberförderndes Bergwerk in Betrieb. Im August 1291 unterstellten die Brüder Conrad II und Friedrich von Strahlenberg aus dem benachbarten Schriesheim ihren Bergwerksbesitz an der Grube dem Pfalzgraf bei Rhein Ludwig II., wobei sie die Hälfte des Besitzes als Lehen zurückerhielten.Erneut urkundlich erwähnt wurde die Grube 1474. Unter Pfalzgraf Friedrich I. wurden mehrere Schmelzhütten betrieben und Bergordnungen erlassen, der Bergbau wurde also in größerem Umfang betrieben.

Bereits 1509 wurde das Bergwerk an Gregor Hirsch aus Schneeberg in Sachsen verliehen, der 1511 eine Bergordnung mit starkem Einfluss durch sächsisches Bergrecht herausgab. Nur 3 Jahre später musste Hirsch im Streit gehen und es wurde an Michael Reyn aus Schneeberg verliehen.

Die Bergordnung von Pfalzgraf Ludwig V. aus dem Jahre 1528 zeigt das Bergwerk auf der Titelseite. Zu sehen ist ein Schacht mit Zimmerung und Haspel, sowie einer hölzernen Fahrt. Im Talbereich sind zwei Stollen mit hölzernen Türstöcken dargestellt. Nahe dem unteren Stollenmundloch ist wahrscheinlich ein Röstofen mit Schmelze zu sehen. Der Erztransport erfolgte mit Eimern aus dem Schacht und einfachen hölzernen Schubkarren aus dem Stollen. In der Schriesheimer Erzaufbereitung wurden auch die Erze der Grube Marie in der Kohlbach weiterverarbeitet.

Zu einer ersten Grubenschließung kam es 1545. Zwar erging bereits 1551 eine neue Bergordnung, die Grube blieb jedoch noch weitere 150 Jahre geschlossen, bevor 1701 die Bergbautätigkeiten wieder aufgenommen wurden. Diesmal wurde Vitriolerz, namentlich Eisenvitriol abgebaut.

Aus dem 17. Jahrhundert liegen keine Berichte vor, erst 1782 wird es erwähnt, wieder wird ausschließlich der Abbau von Kupfervitriol und Eisenvitriol beschrieben. Die Blütezeit der Vitriolförderung verlief bis 1810. 1817 wurde der Bergbaubetrieb vorübergehend eingestellt. Danach fiel die Grube ins Bergfreie.

Erst 1894 wurde sie – erstmals unter dem Namen Anna-Elisabeth – neu beliehen, erneut zur Gewinnung von Kupfer- und Schwefelerzen. Der Betrieb wurde jedoch nicht aufgenommen, auch ein weiterer Versuch 1936 blieb erfolglos. Die Grube wurde endgültig stillgelegt. In den Jahren 1943 bis 1945 wurde das Bergwerk als Luftschutzbunker genutzt, danach verfiel es und die Schächte und Stollen wurden teilweise verfüllt.

Neuzeit

Vor dem Hintergrund der Bedrohung durch städtebauliche Maßnahmen und angeregt durch eine Gruppe engagierter Schriesheimer Bürger (u. a. Wilhelm Gassert und Jürgen Sandel †) wurden 1985 das Bergwerk und die Außenanlagen aus dem 18. Jahrhundert unter Denkmalschutz gestellt. Aus der Initiative ging später der Bergwerksvereins Schriesheim e.V. hervor.

In den folgenden Jahren erfolgte die mühselige Öffnung der alten Schächte und Stollen und bereits 1988 konnte ein erster Stollen, der Mittelstollen, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seit dieser Zeit steht die Grube Anna-Elisabeth als Besucherbergwerk allen interessierten Besuchern offen.

frei zugänglich / immer geöffnet
23.03.2014 - 26.10.2014
Sonntag 11:00 - 16:30 Uhr

Erwachsene: 9 Euro
Kinder: 6 Euro

Anschrift

Bergwerksverein Schriesheim e.V.
Talstrasse 157
69198 Schriesheim
Telefon 06203-68167
Fax 06203-660186
vorstand@bergwerk-schriesheim.de

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Burgruine Staufen im Markgräflerland